Treffen mit den Freunden in Bergfelde, Juli 2009

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Wir gehen nun in die Unterwelt - in den Nachrichten-Bunker Zeppelin. Hier war die Nachrichtenzentrale der Wehrmacht - als "Postamt 500" getarnt. Das riesige Gebäude umfasst eine Fläche von etwa 4 Fußballfeldern und reicht in 3 Ebenen 14 m tief unter die Erde. Es wurde ebenfalls von 1937 bis 39 komplett in Handarbeit erbaut. Allein das Ausschachten der riesigen Grube mit Grundwasser-Absenkung dauerte 6 Monate. Hier liefen ALLE Nachrichten der Wehrmacht - über Funk und Telefon - zusammen, wurden gebündelt und an OKH, OKW und Führer-Hauptquartier weitergegeben. Ebenso war der umgekehrte Weg - alle Führer-Befehle und Weisungen der Oberkommandos wurden von hier aus an alle Truppenverbände an alle Fronten übermittelt.

Es gab von hier aus einen Tunnel für die Kabelstränge über 50km bis in den Führer-Bunker in Berlins City. Diesen Tunnel nutzten auch die Sowjets nach dem Krieg zur Verbindung in ihr Berliner Hauptquartier Karlshorst. Er wurde von den Amerikanern in einer spektakulären Spionageaktion Anfang der 60er Jahre nach dem Mauerbau mit einem gegrabenen Tunnel von West-Berliner Gebiet aus im Stadtteil Johannistal angezapft. Die Aktion ist damals von einem ostdeutschen Star-Agenten verraten und seitens der Sowjets genüsslich mit großem Propaganda-Brimborium ausgeschlachtet worden ...

dann geht's runter - 80 Stufen...

....in endlos scheinende Gänge - hier sind neben Arbeits- auch komplette Versorgungsräume gewesen für die mehr als 1.000 hier Beschäftigen. Es wurde in 3 Schichten 7 Tage die Woche hier gearbeitet...

...nicht alle Bereiche sind zugänglich....

...bis zum Ende des Krieges war das hier die modernste Nachrichtenzentrale der Welt! Deutschland hatte damals die Technik-Führerschaft in diesem Bereich. Auch die Gebäudetechnik war überaus modern gelöst - man nutzte die große Wärmeabgabe der gigantischen Röhrentechnik zur Heizung des gesamten Komplexes über ausgeklüglete Lüftungssysteme - eine historische Wärme-Rückgewinnungsanlage.

Das weckte natürlich Begehrlichkeiten - Stalin befahl die Demontage und Verbringung in die Sowjetunion der Anlagen. Die russischen Soldaten waren natürlich keine Techniker und konnten die Bedeutung der Sachen nicht würdigen. Praktisch veranlagt stemmten sie ein Loch in die gewaltige 3m dicke Beton-Decke (rechts im Bild) und nahmen die Geräte in "handliche Stücke" auseinander, um sie dann durch das Loch nach oben raus zu befördern. Was dabei nicht schon zu Bruch ging, wurde dann auf dem monatelangen Transport zerstört - in der Sowjetunion kam dann letztlich nur noch Schrott an...

Einiges der damaligen Technik, vom Föderverein Garnisons-Museum zusammengetragen, ist noch zu besichtigen....

...ebenso Relikte aus Sowjet-Zeiten. Die Sowjets nutzten "Zeppelin" bis zu ihrem Abzug 1993 und bauten in den Jahrzehnten sogar Teile dessen als ABC-Schutzräume mit entsprechenden Schleusen aus. Die gigantischen Türen dafür konnten wir sehen - jede 2 Tonnen schwer...

....Extra Dry Biker als "Cavemen" in der Unterwelt....

... dann geht's nach einer Stunde endlich wieder an die frische Luft...

...nun haben alle Kaffee-Durst...

 

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